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Renate Hendricks: Sprachstandsfeststellung: Anna spricht nicht

Schule und Bildung

Renate Hendricks, stellvertretende schulpolitische Sprecherin der SPD- Landtagsfraktion
Renate Hendricks, stellvertretende schulpolitische Sprecherin der SPD- Landtagsfraktion

Anna ist vier Jahre alt, in ihrer geistigen, motorischen und sprachlichen Entwicklung ihren gleichaltrigen Freunden in der Kindertageseinrichtung fast immer einen kleinen Sprung voraus. Anna ist fröhlich und lebendig - ein Wirbelwind mit starkem Willen. Beim Testspiel "Ein Besuch im Zoo" wollte sie gerade mal nicht, jedenfalls nicht, wenn die Erzieherin sie ansprach. Und nur das zählte für die Auswertung des Tests. Waren die anderen Kinder gefragt, plapperte sie munter drauf los. Nach 40 Minuten Test stand Annas Sprachstand für die beobachtenden Grundschullehrerinnen nach Maßgabe des Testverfahrens fest: Anna spricht nicht. Die Mutter kann das Ergebnis nicht glauben. Anna aber muss trotzdem in die zweite Phase des nordrhein-westfälischen Verfahrens zur Feststellung des Sprachstands von Vierjährigen.

Diese Szene entspricht der Realität und ist nicht untypisch, wenn in diesen Tagen in den NRW-Kindergärten die Sprachtests für Vierjährige laufen. "Eine viel zu hohe Fehlerquote bei der Sprachstandsfeststellung" kritisierte heute Renate Hendricks, stellvertretende schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, im Schulausschuss des Düsseldorfer Landtages. Fälle wie den von Anna gebe es mittlerweile viele in Nordrhein-Westfalen. "Zahlreiche Eltern äußern sich besorgt darüber, dass ihre Kinder in die zweite Phase geschickt werden, obwohl ihnen bisher von den zuständigen Kindertageseinrichtungen eine altersgemäße Sprachentwicklung bestätigt wurde", sagte Hendricks. "Das Testverfahren ist nicht ausgereift und entspricht nicht der Lebenswirklichkeit von Kindern. Vierjährige reden auch, wenn sie nicht gefragt werden und schweigen, wenn sie sprechen sollen."

Die Grundschulen und Kindertagesstätten seien viel zu spät über das Verfahren informiert worden. "Sie hatten keine Zeit, sich ausreichend vorzubereiten", so Hendricks. "Außerdem hat die Schulministerin den Grundschulen immer noch nicht plausibel erklärt, wie sie die Tests an den Kindertageseinrichtungen ohne Unterrichtsausfall durchführen sollen." Nach Schätzung der GEW werden rund 150.000 Unterrichtsstunden wegen der Sprachtests ausfallen. In Großstädten und Ballungsgebieten müssten manche Schulen zwischen sechs und zehn Einrichtungen betreuen. "Die Vorstellung, das Sprachspiel mit vier Kindern im Alter von vier Jahren könne innerhalb von 25 Minuten durchgeführt und ausgewertet werden, ist absolut illusorisch", erklärte Hendricks. "Das Spiel dauert viel länger als vorgegeben und überfordert die Konzentrationsfähigkeit der Kinder. Die Realität sieht eben doch anders aus als der vom Schulministerium öffentlichkeitswirksam präsentierte Film."

 

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