
SPD-Kreistagsfraktion war zu Gast bei der DITIB-Moschee in Düren
Im Rahmen ihres Besuchs- und Arbeitsprogramms besuchte die SPD-Kreistagsfraktion zu einem Gedankenaustausch die Moschee in der Veldener Straße in Düren. Der Vorsitzende des Moschee-Vereins Sakir Agic und weitere Vorstandsmitglieder empfingen die Fraktion mit besonderer Herzlichkeit. Jens Bröker, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, bedankte sich bei Sakir Agic für den überaus freundlichen Empfang und die Möglichkeit, die Fraktionssitzung in den Räumlichkeiten der Moschee durchzuführen. Ebenso nahmen an diesem Gespräch der Vorsitzende des Integrationsausschusses der Stadt Düren, Peter Koschorreck sowie die Landtagsabgeordnete Liesel Koschorreck und der Unterbezirksvorsitzende, Dietmar Nietan teil.
Agic betonte, dass sich die Moschee im Dürener Norden gut integriert fühle. Man verstehe sich als offenes Haus, das nicht nur von türkischen Gläubigen, sondern auch von Muslimen aus anderen Ländern besucht werde. Dabei sei die gemeinsame Verständigungssprache im Übrigen Deutsch. Aber auch Nicht-Muslime seien herzlich eingeladen, sich vor Ort ein objektives Bild zu machen.
Im Zusammenhang mit den kürzlich aufgedeckten Vorbereitungen zu Terroranschlägen machte Agic klar, dass man Gewalt und das Töten von Menschen ablehne. Solche Taten seien mit dem wahren Islam, der sich als eine menschenfreundliche Religion verstehe, nicht zu vereinbaren. Alle Anwesenden waren sich einig, dass es bei einem positiven Gottesbild zwischen Christen und Muslimen auch sehr viele Gemeinsamkeiten gebe.
Diskutiert wurden besonders Fragen der Bildung. Um die Bildung von Migrantenkindern stehe es noch immer schlecht. Das führe auch zu einer höheren Arbeitslosenrate gegenüber deutschen Jugendlichen und stelle ein Integrationshemmnis dar. Nur knapp zwei Prozent der türkischen Jugendlichen machten das Abitur. Viel gesellschaftliches Kapital, das in türkischen Jugendlichen genauso schlummere wie in deutschen, bliebe hier ungenutzt. Ein wichtiger Baustein sei dabei die Beherrschung der deutschen Sprache – nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Eltern. Deswegen begrüßten alle Gesprächsteilnehmer Aktionen wie etwa „Mama lernt Deutsch“ der Kreisvolkshochschule.
Agic betonte, dass viele Türken, die schon sehr lange in Düren lebten, diese Stadt als ihre Heimat betrachteten. Peter Koschorreck nahm dies zum Anlass, auch für türkische Mitbürgerinnen und Mitbürger das kommunale Wahlrecht zu fordern. Wer hier brav seine Steuern bezahle, solle auch mitbestimmen dürfen. Jens Bröker sagte die Unterstützung der SPD-Kreistagsfraktion für diese Forderung zu.
Nach dem Gespräch führten Agic und seine Vorstandskollegen die Besucher durch das Gebäude und erläuterten die Funktionen der religiösen Einrichtungen sowie die Vielfalt der Möglichkeiten, die die Moschee für ihre Gläubigen anbiete. Man wolle sich in Zukunft auch weiterhin durch „Tage der offenen Tür“ und andere Veranstaltungen der deutschen Bevölkerung präsentieren. Grundsätzlich sei man bereit zu einem Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen, die dies wünschten. Nur das gegenseitige Kennenlernen baue Ängste auf allen Seiten ab und schaffe Verständnis. In diesem Sinne sagte auch die SPD-Kreistagsfraktion zu, den Gedankenaustausch mit den Vertretern der DITIB-Moschee in Zukunft als Dialog einzurichten.